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Stachellose Wildbienen

Stachellose Wildbienen, Honig der Stachellose Wildbiene

Stachellose Wildbienen sind in der Familie der Meliponini zusammengefasst. Sie gehören zu den sozialen Insekten, die dauerhafte Kolonien bilden, Honig produzieren und zudem etliche Besonderheiten aufweisen.

 

Die Biene der Maya

Schon die Maya kannten die Melipona beecheii, die den so genannten „weißen Honig“ produzieren, der als Medizin und zum Süßen verwendet wurde.

Melipona beecheii hat einen gold-gelben, braun gestreiften Körper, durchsichtige Flügel, Kopf, Thorax und Bauch sind mit kleinen weißen Härchen bedeckt.

Die Maya kultivierten vor allem zwei stachellose Wildbienen-Arten, Melipona beecheii und Melipona yucatanica für die Honigproduktion. Der traditionelle Maya-Name für Melipona beecheii ist Xunan Kab, was wörtlich Königliche Dame bedeutet. Diese Bienen waren ein Symbol des Bienen-Gottes Ah Mucen Cab und wichtiges Element religiöser Zeremonien. Familien hatten Bienenstöcke an ihrem Haus und nutzten den Honig als Heilmittel bei Diarrhöe, Hepatitis, Gastritis, Problemen der Atemwege, Menstruationsschmerzen, Bindehautentzündung, Erschöpfung, Magengeschwüren, Asthma. Bronchitis, Laryngitis, Sinusitis, Wunden, Schlaflosigkeit und sogar als Augentropfen.

Mit etwa siebzig Arten gehört Melipona zu den größten Gattungen der Meliponini. Das Alter der Gattung wird auf 14 bis 25 Millionen Jahren geschätzt.

 

Stachellose Wildbienen entscheiden selbst über ihre Rolle

Bei den meisten Arten sind Kriegerinnen, Arbeiterinnen und Drohnen etwa gleich groß und entwickeln sich in einzelnen, versiegelten Zellen mit reichlich Nahrung. Die Larven sind nicht auf ihre spätere Rolle festgelegt und entscheiden so zu sagen selbst, ob sie Königin werden oder nicht. Gibt es überflüssige Königinnen, werden diese verjagt oder getötet; einige stachellose Wildbienen-Arten halten sie auch gefangen. Das sichert die Selektion und das Überleben.

 

Einige Melipona-Arten rekrutieren Arbeiterinnen zu ergiebigen Nahrungsquellen, ähnlich wie gewöhnliche Honigbienen, aber ohne den typischen Schwänzeltanz. Einige Arten legen durch Abgabe von Drüsensekreten Duftstraßen an.

Stachellose Wildbienen gelten als robust, da sie außer gegen die Buckelfliege relativ widerstandfähig gegen Parasiten sind. Über Faulbrut legen keine Daten vor.

 

Stachellose Wildbienen sind gefährdet

Da stachellose Wildbienen deutlich weniger Honig produzieren als gewöhnliche Honigbienen und die Honiggewinnung aufgrund der Struktur der Bienenstöcke nicht so einfach ist, stellt ihre Haltung in der heutigen Imkerei eher eine Nische dar.

Für die Honigproduktion müssen stachellose Wildbienen in speziellen Boxen gehalten werden, die diese Honiglager zugänglich machen, ohne die Neststruktur zu zerstören.

Traditionell wurden wilde Bienenstöcke kultiviert, indem der hohle Ast, in dem sich die Kolonie befand, gekappt und dann an beiden Enden mit Holz oder Ton verschlossen und mit Lehm versiegelt wurde. Auf diese Weise wurde verhindert, dass die Bienen ihre Brut, den Pollen und den Honig in der Wabe vermischten. Ein Gefäß an beiden Enden erlaubte den einfachen Zugriff auf den Honig, ohne die Kolonie zu beeinträchtigen.

In ihrem Bestand bedroht sind die überwiegend in Baumhöhlen lebenden Meliponini durch die Einführung der produktiveren, aber auch empfindlicheren Honigbienen, die bis zu 75 kg Honig pro Volk und pro Jahr produzieren können, während stachellose Wildbienen maximal ein Kilogramm liefern.

Gefährder sind die Meliponini zudem durch Waldrodung, Einsatz von Pestiziden, exzessives Ernten und durch die kaum noch praktizierte traditionelle Bienenhaltung.
Dazu zählt auch das regelmäßige Teilen bestehender Nester, um die Zahl der Nester und die Honig-Produktion zu steigern und dem Problem zu vieler Königinnen vorzubeugen.

Dabei ist gerade die Tatsache, dass Meliponini keinen Stachel haben und folglich keine anderen Lebewesen stechen können, ein Vorteil für die Haltung. Stachellose Wildbienen können allerdings bei Bedrohung beißen. Ihr Biss verursacht aber selten allergische Reaktionen oder medizinische Notfälle.

 

Die Arbeit lohnt sich

Der Aufwand, Honig von Meliponini zu gewinnen, lohnt sich.

Stachellose Wildbienen nehmen besonders viel wertvolle Stoffe mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften auf.

Ihr Honig ist flüssiger, sirupartig, neigt nicht so sehr zum Auskristallisieren und eignet sich darum gut für medizinische Zwecke.

Er enthält mehr Fructose als Glucose und hat einen feinen Säuregehalt, der ihm den besonderen, charakteristischen Buschgeschmack, teils blumig, teils fruchtig, verleiht und Süße und Säure mit einem Hauch von Limone verbindet.

 

Stachellose Wildbienen in Nachhaltigkeitsprojekten

Einige Nachhaltigkeitsprojekte besinnen sich auf die traditionelle Honiggewinnung und die Vorteile der Meliponini. So werden einige stachellose Wildbienen-Arten in Latein- und Südamerika für die Imkerei verwendet, beispielsweise im bolivianischen Nationalpark Amboró oder in Guatemala im Departement Alta Verapaz.

Hier hat man ihre wichtige Bedeutung für die die tropischen und subtropischen Ökosysteme erkannt.

Die Bauernfamilien der Q’eqchi Ethnie sind stark verwurzelt in der Maya-Kosmologie und Kultur. Sie praktizieren die uralten Erfahrungen in der Haltung dieser Bienen, verbessern und erweitern sie. Da diese Bienenarten über keinen Stachel verfügen, können sie in der Nähe der Häuser gehalten werden. So haben die Q’eqchi von Alta Verapaz die Jahrhunderte alte Bienenhaltung zu einem kulturell, ökologisch und wirtschaftlichen Schatz für ihre Gemeinden in diesem 21. Jahrhundert entwickelt. In ihren Dörfern halten und pflegen sie zurzeit 26 der 33 bekannten einheimischen stachellosen Bienenarten. Es ist ehrenamtliche Arbeit, an der vor allem auch die jungen Menschen teilnehmen. Seit 2015 forschen und entwickeln sie diese Kenntnisse weiter. So schützen sie auch die Arten, die heute eine geringe wirtschaftliche Bedeutung haben, aber wichtig sind für die Erhaltung der ökologischen Systeme. Die Ernte von Honig und Pollen erfolgt einmal im Jahr, in der Sommersaison, wenn die Blüte üppig ist. Es wird nur so viel geerntet, dass genügend Nahrung für die Bienen übrigbleibt. Ein Teil der Ernte ist für den Verzehr der Familien bestimmt, der andere Teil wird zu fairen Marktpreisen über ihren Verein auf dem nationalen Markt verkauft.

Die von Chikach in Guatemala vertriebenen Produkte stammen von Melipona beecheii, Melipona solani, Tetragonisca angustula, Scaptotrigona Mexicana, Scaptotrigona pectoralis, Cephalotrigona zexmeniae – allesamt stachellose Wildbienen.

 

Honig ohne Stachel auch für die Kosmetik

Für stachellose Wildbienen scheint nicht das Mehr, sondern das Weniger, aber Individuelle und Einzigartige Priorität zu haben. Cosmacon ist fasziniert.

Meliponini-Honig ist nicht nur kulinarisch ein besonderes Erlebnis, sondern punktet vor allem mit antioxidativen, antibakteriellen, entzündungshemmenden Eigenschaften und soll auch gegen Antibiotika-resistente Keime wirken und die Wundheilung fördern. Die Wirkungen beruhen vor allem auf dem Gehalt an Phenolsäure, Flavonoiden, Ascorbinsäure, Tocopherol, organischen Säuren, Aminosäuren und Methylglyoxal (MGO). Die antioxidativen Effekte sollen höher sein als die des Honigs der gewöhnlichen Biene.

Als Feuchtigkeitsbinder und dank des höheren Wassergehaltes als Feuchtigkeitsspender, bei unreiner, zu Akne neigender Haut, bei Ekzemen, zur Unterstützung der Wundheilung, in Sonnenschutzprodukten, als Radikalfänger im Tagesschutz eignet der Honig sich für die Hautpflege. Aufgrund des höheren Säuregehaltes ist er gut kompatibel mit dem pH-Wert der Haut und lässt sie strahlen.

Ein Allergierisiko ist wie allen Honigen nicht auszuschließen, aber gering.

Hinzu kommt, bei der Verwendung von Meliponini-Produkten das gute Gefühl, nachhaltiges Handeln, soziale Projekte, die Weitergabe traditionellen Wissens und eine natürliche Imkerei mit für den Menschen ungefährlichen und weniger krankheitsanfälligen Bienen zu unterstützen.

Fragen Sie uns gerne und wir entwickeln Kosmetik mit diesem besonderen Honig für Ihre Marke.

 

Lesen Sie auch in unserem Blog-Artikel zum Das Gold der Bienen

 

Literatur:

www.chikach.com

María Eunice Enríquez Cottón, Coordinadora(2007): Caracterización de la Miel de Meliponinos de Distintas Regiones Biogeográficas de Guatemala

Ferrufino, Vit (2013) Pot-Honey of six Meliponines from Amboró National Park, Bolivia

Grüter (2020): Stingless bees: Their behaviour, ecology and evolution

Michener (2007) The Bees of the World

Nieh (2004): Recruitment communication in stingless bees

Roubik (2006): Stingless bee nesting biology

Someijer (1999): Beekeeping with stingless bees: a new hype in hive

Villanueva (2005): Extinction of Melipona beecheii and traditional beekeeping in the Yucatan Peninsula